PHTG-News
Mittwoch 24. Februar 2010
23.02.2010 Männer in der Überzahl
Das hat die PHTG lange nicht gesehen: Männer in der Überzahl

Conradin Leeser (Student Sek II), Pascal Frischknecht (Student Primarstufe), Barbara Stockmeier (Absolventin Sek II) berichten von ihren Erfahrungen beim Studium und in den Schulen.

Männer in der Überzahl: das hat die PHTG lange nicht gesehen!
Es gibt sie doch noch, die Männer, die sich für pädagogische Berufe interessieren! Am 23.2. haben einige von ihnen den Weg an die PHTG gefunden, um sich zu den Studiengängen an der PHTG zu informieren und Wissenswertes zu den Berufsprofilen zu erfahren.
Aus den Studiengängen waren Studierende bzw. Ehemalige anwesend, die einen Einblick in die Themen und Arbeitsweisen während des Studiums an der PHTG gaben und auch mit ihrer Begeisterung für ihr Studium bzw. für den Beruf anzustecken wussten. Gleichzeitig stellten sie heraus, dass der Beruf durchaus anspruchsvoll sei. So wies Pascal Frischknecht, zukünftiger Primarlehrer, darauf hin, dass man als Lehrer fachlich absolut sattelfest sein müsse, sonst werde man schnell von den neugierigen Lernenden durchschaut. Technikunterricht beispielsweise sei auch auf der Primarstufe auf einem sehr hohen fachlichen Niveau möglich. Conradin Leeser, der im Herbst den Studiengang Sekundarstufe I begonnen hat, erwirbt sein Fachwissen demnächst an der Universität Konstanz. Er hat sich nach seiner Erfahrung mit einem Wirtschaftsstudium bewusst für den Lehrberuf entschieden, da dort mehr Leben zu erwarten sei. Barbara Stockmeier, die nach ihrem Studium an der PHTG auf der Sekundarstufe II als Klassenlehrerin unterrichtet, betont, dass sie das geschlechtergemischte Kollegium sehr schätze. Nicht nur die verschiedenen Fachhintergründe der einzelnen Lehrpersonen wirkten inspirierend, auch die Geschlechterdurchmischung ermögliche bessere und vielseitigere Problemlösungsstrategien und Aufgabenteilungen.
Diesen Hinweis nahm Annette Graul, Beauftragte für Gleichstellung an der PHTG, auf und wies darauf hin, dass nicht unbedingt auf der Unterrichtsebene Qualitätsunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Lehrpersonen feststellbar seien. Ganz im Gegenteil: Jahr für Jahr verlassen bestausgebildete, hochmotivierte und engagierte junge Lehrerinnen – und auch Lehrer – die PHTG, die in den Klassen eine hervorragende Arbeit leisten. Auf der Ebene der Schulqualität hingegen sind gemischte Teams wünschbar. Denn diese verfügen über eine bessere Mischung verschiedener Handlungs- und Sozialkompetenzen. Und auch für Schülerinnen und Schüler, aus deren Lebenswelten die Männer immer öfter verschwinden (in Zeiten steigender Zahlen weiblicher Alleinerziehender), braucht es männliche Vorbilder auch in der Schule.
Ernst Preisig, Rektor der PHTG, wies zudem darauf hin, dass es leider immer noch so sei, dass Frauendominanz in einem Berufszweig das gesellschaftliche Ansehen dieses sinken lasse. Annette Graul betonte zudem, dass dies nicht nachvollziehbar sei. Denn der Lehrberuf zeichne sich aus durch überaus komplexe und anspruchsvolle Aufgabengebiete und Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen.
Warum diese Herausforderung fast nur noch von Frauen angenommen wird – zumindest in den unteren Stufen – ist nicht zu erklären. Braucht es doch Lehrpersonen, die engagiert am Puls der Zeit sind, die sich selbst einem permanenten Lernprozess aussetzen, um den Schülerinnen und Schülern nicht zuletzt durch ihre Fachkompetenz den Weg in die Zukunft zu ebnen. Dazu braucht es Persönlichkeiten aus dem gesamten gesellschaftlichen Spektrum – und dazu gehören eben auch Männer!
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