Kindergartenlehrpersonen erzählen

Eine Absolventin der Kindergartenstufe erzählt

Sheila Becht
Studiengang Vorschulstufe, Absolventin 2017

Warum haben Sie sich für die Kindergartenstufe entschieden und was hat Sie von Anfang an daran fasziniert?
Ich hatte schon immer den Wunsch einmal mit Kindern zu arbeiten. In welchem Bereich wusste ich allerdings noch nicht. Durch diverse Schnupperpraktika in verschiedenen Bereichen fand ich schnell heraus, dass der Kindergarten der richtige Ort für mich ist.

Im Kindergarten erlebe ich eine grosse Vielfalt an Kindern, was den Alltag spannend macht. Jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse, so beginnt auch jedes Jahr aufs Neue eine spannende und abwechslungsreiche Reise.

Neben den Kindern bereichern auch die Eltern meinen Berufsalltag. Jede Familie ist anders und auf ihre Art besonders. Ich habe also einen Beruf, welcher nie langweilig wird.

Sind Sie durch das Studium optimal auf die Praxis vorbereitet?
Im Studium hatte ich die Möglichkeit viel in der Praxis zu arbeiten. Dies war für mich eine besonders wertvolle Zeit. Innerhalb des Studiums habe ich meine Praxiserfahrungen mit theoretischen Inhalten verknüpft und reflektiert.

Ich habe auch den Austausch mit den Dozierenden sehr geschätzt. Vor allem, wenn sie vorab bereits auf der Kindergartenstufe gearbeitet haben, hatten sie oft sehr viel aus ihrem früheren Alltag zu berichten. Das faszinierte mich sehr. Durch die kompetente Begleitung der Mentorin fühlte ich mich unterstützt und hatte bei Fragen jederzeit eine Ansprechperson.

Ein besonderer Bonus war die gleichzeitig laufende Ausbildung im Bereich 4 bis 8-jährige Kinder. So wurde mein Studium mit dem Arbeitsfeld der Basisstufe erweitert. Mir steht jetzt auch eine Bewerbung an einer Basisstufe offen. 

Wie sieht der Alltag mit den Kindern aus?
Am Morgen treffen wir uns zuerst im Kreis. Wir besprechen unseren Tagesablauf, das Datum, das Wetter und diverse andere Dinge. Danach halte ich meist eine geführte Sequenz mit den Kindern, in welcher sie neue Inhalte lernen oder Bekanntes festigen.

Dann kann es ganz unterschiedlich weitergehen: Momentan sind die Kinder an einer Werkstatt beschäftigt und suchen sich nach der gemeinsamen Sequenz im Kreis selbständig eine Aufgabe. Es kann auch vorkommen dass ich Aufgaben zur Vertiefung vorgebe oder die Kinder vielleicht noch etwas vom Vortag zu erledigen haben.

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Die Kinder dürfen spielen gehen und lernen auf diese Weise weiter. Anschliessend erwartet uns der Znüni und die Pause im Freien. Nachdem sie nach der Pause nochmals Zeit für das Freispiel drinnen bekommen, treffen wir uns zu einer Schlussrunde im Kreis und schliessen damit den Vormittag ab.

Integriert in den Tagesablauf, werden einzelne Kinder oder kleine Kindergruppen von der schulischen Heilpädagogik oder der Logopädie individuell unterstützt. Auf Seiten der Lehrperson fordert diese integrative Arbeit Absprachen und Austausch im Team. 

Zudem gehe ich einmal pro Woche mit der Klasse in den Wald und einmal wöchentlich findet der Sportunterricht statt.

Welche Aufgaben gehören sonst noch zum Beruf einer Kindergartenlehrperson?
Es gibt einige Aufgaben, welche nebst dem schulischen Alltag auf einen warten. Beispielsweise die  Standortgespräche, Elternabende und Elterngespräche. Immer wieder gibt es auch Anlässe welche gemeinsam mit den Familien gefeiert werden, wie zum Beispiel Geburtstage, der "Räbenliechtli"-Umzug und am Ende des Schuljahres ein Abschlussfest.

Im Schulteam treffen wir uns zu regelmässigen Sitzungen, um alltägliche Belange oder besondere Anlässe zu besprechen. Auch innerhalb der Zusammenarbeit mit dem Förderteam gibt es wöchentliche Besprechungen.

Was macht Sie an Ihrem Beruf glücklich?
Es ist die Arbeit mit den Kindern welche mich am meisten erfüllt. Das Unterrichten, die Gespräche, das Fördern und Fordern, das gemeinsame Lachen, das Streit schlichten und sich versöhnen, die einzigartigen Situationen voller Spontanität, Freude und Echtheit - all das macht den Beruf zu etwas Besonderem. 

Wie sehen Ihre beruflichen Zukunftspläne aus?
In der Zukunft plane ich mich innerhalb meines Berufs weiterzubilden. Mein nächstes angestrebtes Ziel ist Praxislehrperson zu werden.

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