Ringvorlesung Forschung und Praxis in der Frühen Kindheit

Ringvorlesung Forschung und Praxis in der Frühen Kindheit

Datum: 25.04.18
Zeit:18:30
Ort:Universität Konstanz, Raum G530

Das Kompetenznetzwerk Frühe Kindheit lädt zur nächsten Ringvorlesung der Reihe «Forschung und Praxis in der Frühen Kindheit» ein.

Mittwoch, 25. April  2018 | 18.30 - 20.00 Uhr | Universität Konstanz

Das Schwerpunktthema «Gesunde Ernährung in der frühen Kindheit – wie kann man das fördern?» wird von Prof. Dr. Sonja Perren (Universität Konstanz und Pädagogische Hochschule Thurgau) moderiert und beinhaltet zwei Beiträge:

(1)  «Über den Tellerrand hinaus: Wie Familienmahlzeiten kindliches Essverhalten und Gesundheit beeinflussen»
Beim Thema «Essen» denken wir oft an gesunde Ernährung, Kalorien oder Nährstoffe. Dabei geht die Bedeutung von Essen weit über den Tellerrand hinaus: Essen ist eng mit dem sozialen Kontext verknüpft, Ausdruck von Wertschätzung und ein zentraler Bestandteil gemeinsamer Feste. Was ist ein Geburtstag ohne Kuchen? Weihnachten ohne Braten? Schon im Säuglingsalter ist Stillen/Fläschchen nicht nur Nahrung, sondern auch wichtiger Bindungsaufbau zwischen Eltern und Baby. Familien erleben ihre schönsten Momente bei gemeinsamen Mahlzeiten. Familienmahlzeiten sind eine optimale Lernumgebung für gesundes Essen. Im Vortrag werden verschiedene Studien vorgestellt, die die soziale Bedeutung von Essverhalten untersuchen. Der Schwerpunkt liegt auf Familienmahlzeiten: Wie beeinflussen sie kindliches Essverhalten und Gesundheit? Welche Familienmahlzeitroutinen verwenden Familien im Alltag und wie hängen sie mit kindlicher Gesundheit zusammen?

Referentin

  • Prof. Dr. Jutta Mata, Universitätsprofessorin für Gesundheitspsychologie, Universität Mannheim

(2) «Gesundheitsverhalten von Kleinkindern – Soziale Ungleichheit und die Bedeutung der elterlichen Selbstwirksamkeitserwartung»
In Deutschland ist nahezu jedes sechste Kind übergewichtig. Ebenso wie viele andere Gesundheitsindikatoren folgt Übergewicht einem sozialen Gefälle: Kinder aus Familien mit niedrigerem Sozialstatus oder mit Migrationshintergrund leiden häufiger an Gesundheitsproblemen und weisen eine höhere Prävalenz verhaltenskorrelierter Risikofaktoren wie beispielsweise eine schlechtere Ernährung und weniger Bewegung auf. Für frühkindliche Präventionsprogramme von besonderem Interesse sind die indirekten Pfade der Weitergabe von Gesundheit durch die elterliche Gesundheitsfürsorge und das Gesundheits- und Erziehungsverhalten, da diese Ansatzpunkte für Interventionen bieten. Aufbauend auf gesundheitspsychologischen Modellen zeigte sich in der vorliegenden Studie ein vermittelnder Einfluss der elterlichen Selbstwirksamkeitserwartung zwischen Migrationshintergrund und dem kindlichen Gesundheitsverhalten, der in frühkindlichen Präventionsprogrammen berücksichtigt werden sollte.

Referentin

  • Prof. Dr. Axinja Hachfeld, Juniorprofessorin für Unterrichtsforschung mit Schwerpunkt Heterogenität, Universität Konstanz

Übergeordnetes Ziel der Veranstaltungen ist es, die anwesenden Referierenden aus dem Kontext des Kompetenznetzwerkes mit den Studierenden des Masterstudienganges Frühe Kindheit in Austausch zu bringen. Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen. Die Ringvorlesungen finden regelmässig jeden letzten Mittwoch in den Monaten Januar, April, Juni und November statt.