Event-Detail

Ringvorlesung Forschung und Praxis in der Frühen Kindheit

Datum: 27.06.18
Zeit:18:30
Ort:PHTG, P 102

Das Kompetenznetzwerk Frühe Kindheit lädt zur nächsten Ringvorlesung der Reihe «Forschung und Praxis in der Frühen Kindheit» ein.

Mittwoch, 27. Juni  2018 | 18.30–20.00 Uhr | PHTG, P 102

Das Schwerpunktthema «Naturraum als Sozialraum – Sozialraum als Naturraum?» wird von Carine Burkhardt Bossi moderiert und beinhaltet zwei Beiträge:

(1) «Der Wald – lebendiger Bildungsraum für Kinder»
Der Verein Waldkinder St. Gallen ist eine Elterninitiative und bietet seit 1998 in den Wäldern der Stadt für unterschiedliche Altersgruppen verschiedene pädagogische Angebote an.
Die Natur, speziell auch der Wald, schenkt eine offene, natürlich strukturierte Erlebniswelt, welche die Kinder ‚bespielen‘. Die sinnliche Unmittelbarkeit der Natur mit ihren Impulsen regt die Kinder zu «wilder Forschung» an. Im Spiel eignet sich das Kind die Materialien und die Topographie des Waldes an. Die Referentin erzählt von ihren Erfahrungen in der ritualisierten Tagesgestaltung mit den vier Ebenen der Naturbegegnung, wie dies die Waldkinder St. Gallen in geführten wie auch in individuellen pädagogischen Interaktionen gestalten. Stellt sich eine basale Vertrautheit mit dem Naturraum ein, so bietet der Wald die entsprechende Offenheit für Ereignisse, welche Staunen, Nachdenken und Fantasieren des Kindes anregen.

Referentin

  • Eva Helg, Pädagogische Leitung, Waldkinder St. Gallen

(2) «Gibt es den Naturraum? Sozialräumliche Überlegungen»
Die meisten von uns haben in ihrer Kindheit gerne in der freien Natur gespielt – länger und vielfältiger als auf den meisten Spielplätzen mit dem übersichtlichen Angebot an Schaukel, Rutsche, Wippgerät und Sandkasten. Und die Kindheitsforschung hat längst herausgefunden, dass der Naturraum oder eine natürliche Umwelt für Kinder eine grosse Bedeutung hat und ihre Entwicklung fördert: motorisch, psychisch, kognitiv und sozial. Eine kindgerechte Umwelt ist auch eine natürliche Umwelt. Dennoch müssen wir feststellen, dass die Art und Weise, wie die Umwelt von Kindern gestaltet und reglementiert wird, dieser Bedeutung kaum gerecht wird. Kindheit und Naturraum stehen scheinbar in einem Widerspruch. Welche Rolle spielen dabei unsere Vorstellungen von Naturraum und Kindheit, von Naturschutz und Kindern als Schutzbefohlenen? Was bedeutet der Naturraum aus Kindersicht? Welchen Beitrag können Fachpersonen der Kinder- und Jugendarbeit zur Schaffung kindgerechter Räume leisten? Im Beitrag wird aus der Perspektive der Sozialraumforschung auch der Frage nachgegangen, wie das Verständnis der Raumaneignung von Kindern helfen kann, den Widerspruch zwischen Naturraum und Kindheit aufzulösen.

Referenten

  • Prof. Dr. phil. habil. Christian Reutlinger, Institutsleiter IFSA-FHS, FHS St. Gallen
  • Raimund Kemper, Dipl.-Ing. Raumplanung und wissenschaftlicher Mitarbeiter, FHS St. Gallen

Übergeordnetes Ziel der Veranstaltungen ist es, die anwesenden Referierenden aus dem Kontext des Kompetenznetzwerkes mit den Studierenden des Masterstudienganges Frühe Kindheit in Austausch zu bringen. Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen. Die Ringvorlesungen finden regelmässig jeden letzten Mittwoch in den Monaten Januar, April, Juni und November statt.

Übernächste Ringvorlesung:
Mittwoch, 28. November 2018, 18.30–20.00 Uhr, Universität Konstanz