Lerncoaching und Aufbau überfachlicher Lernkompetenzen im Schulalltag

Lerncoaching und Aufbau überfachlicher Lernkompetenzen im Schulalltag

Projektbeschrieb

Das Projekt verfolgte zwei Ziele:

1. Die Schaffung von methodisch robusten und doch einfach handhabbaren Instrumenten zur Erhebung von Lernen und Lernbegleitung aus Sicht der Lernenden. Im Zentrum standen einerseits die Beurteilung der eigenen Lernvoraussetzungen und -kompetenzen (Selbstkonzept, Lernfreude, Selbstwirksamkeitserwartungen, Selbstständigkeit und Lernstrategien), andererseits die Betreuung durch die Lehrpersonen und die Qualität der damit einhergehenden pädagogischen Interaktionen. Damit sollten gewisse Lücken im existierenden Erhebungsinstrumentarium geschlossen, bzw. ältere Skalen dem aktuelle Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst werden.

2. Messung der Wirkung des Zertifikatslehrgangs Lerncoaching der PHTG im schulischen Alltag mit Hilfe der obigen Instrumente. Dabei sollten die Klassen der teilnehmenden Lehrpersonen in einer Längsschnittstudie mit Kontrollgruppen-Klassen verglichen werden.

Ergebnisse

Die Studie ermöglichte die Entwicklung und Validierung von zwei Fragebögen, die ab ca. 12 Jahren einsetzbar sind und dank einfachen Auswertungstools auch von nicht-spezialisierten Lehrpersonen oder Fachleuten schnell und übersichtlich ausgewertet werden können (Download und Nutzung sind kostenlos):

• LSN-Schule: Fragebogen zur Messung der Lernstrategie-Nutzung www.pymagix.com/BuchLernstrategienLinksKap2.html

• LUBL: Fragebogen zur Beurteilung von schulischem Lernen und Betreuung durch die Lehrperson aus SchülerInnensicht www.pymagix.com/LUBL.html

Diese Instrumente bilden gute und effiziente Einstiegsmöglichkeiten in sinnvolle Schul- und Unterrichtsentwicklungsprojekte auf dem Gebiet der überfachlichen Lernkompetenzen. Sie können aber auch gut als Grundlage für individuelle Förderplanungen genutzt werden.

Das zweite Ziel konnte nur teilweise erreicht werden. Es konnten zwar in verschiedenen Bereichen leichte Vorteile für die Klassen der CAS-Teilnehmenden ermittelt werden. Aufgrund der zu kleinen Stichprobe (2x2 Klassen) können dazu aber keine verlässlichen Aussagen gemacht werden. Hingegen konnten deutliche Korrelationen zwischen der Lernstrategie-Nutzung auf der einen Seite und der Lernfreude, der Selbstwirksamkeitsüberzeugung, dem schulischen Selbstkonzept und der Selbstständigkeit auf der anderen Seite nachgewiesen werden (vgl. Martin & Nicolaisen, 2015, S. 48f). Sowohl diese Erkenntnisse, als auch die neu entwickelten Fragebögen wurden in dem 2015 erschienenen Herausgeberband „Lernstrategien fördern: Modelle und Praxisszenarien“ von Martin&Nicolaisen (erschienen bei Beltz Juventa) eingebunden.

Bearbeitung

Pierre-Yves Martin

Laufzeit

2013-2015

Publikationen

Martin, P.-Y. & Nicolaisen, T. (Hrsg.). (2015). Lernstrategien fördern - Modelle und Praxisszenarien. Weinheim: Beltz Juventa.