MAiK - Mathematisches Gestalten im Kindergarten

MAiK - Mathematisches Gestalten im Kindergarten

Projektbeschrieb

Argumentieren ist auch in der Mathematik ein zentraler Handlungsaspekt, dem neue Lehrpläne im deutschsprachigen sowie im englischsprachigen Raum entsprechend hohe Aufmerksamkeit beimessen. Mathematisches Argumentieren ist für alle Schulstufen bedeutsam und mündet in der Sekundarstufe I und II schliesslich ins Beweisen von mathematischen Sachverhalten und Zusammenhängen. Diese Prozesse sind sehr anspruchsvoll und müssen deshalb von Anfang an vorbereitet werden. Es ist daher sinnvoll, sich auch mit mathematischem Argumentieren im Kindergarten auseinanderzusetzen und angemessene, spielerische und reichhaltige Lernumgebungen zu entwickeln, die es den Kindern ermöglichen, argumentieren zu mathematischen Sachverhalten zu erlernen.

Zum mathematischen Argumentieren im Kindergarten gibt es bislang nur wenige wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse. Hier schliesst das Projekt „MAiK. Mathematisches Argumentieren im Kindergarten“ an. Ziel des Projekts ist es, Denkweisen von Kindergartenkindern beim Argumentieren zu mathematischen Inhaltsbereichen kennenzulernen und zu erfassen. Es interessiert dabei insbesondere, inwiefern Kindergartenkinder über verschiedene Argumentationsstrategien verfügen, wie sie genau argumentieren und wie sich diese Kompetenzen im Verlauf des Kindergartens entwickeln.

Um diese Fragen klären zu können, werden mit Kindergartenkindern im Kanton Thurgau zwei standardisierte mathematische Gespräche durchgeführt. Dabei wird ein Interviewleitfaden eingesetzt, der vom IPN in Kiel von Prof. Dr. Anke Lindmeier und Prof. Dr. Aiso Heinze in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Meike Grüssing von der Universität Vechta entwickelt wurde. Solche mathematischen Gespräche werden auch in Kiel und in Vechta durchgeführt. Dies ist insbesondere auch deshalb sehr interessant, weil die Ausbildung der Erzieherinnen in Deutschland von derjenigen der Kindergärtnerinnen in der Schweiz, insbesondere im Thurgau, sehr verschieden ist und weil sich auch die Strukturen des Kindergarten in den beiden Ländern deutlich unterscheiden. Die vollständig anonymisierten Interviewdaten aus dem Kanton Thurgau werden mit denjenigen aus Kiel und Vechta zusammengeführt und weiter analysiert.

In die Durchführung der Interviews sind Studentinnen des Studiengangs Vorschulstufe involviert. Durch diese Mitarbeit bei den Interviews erfahren sie, wie Kindergartenkinder in mathematischen Situationen argumentieren. Diese Erfahrungen dienen ihnen als Grundlage für die weitere Arbeit. Sie werden nach der Durchführung der Interviews nämlich passende Unterrichtssequenzen zum Fördern von mathematischem Argumentieren im Kindergarten entwickeln.

Bearbeitung

Esther Brunner (Projektleitung)
Leila Dutly

Kooperationspartner

IPN Kiel
Universität Vechta

Finanzierung

Eigenprojekt der PHTG

Laufzeit

01/2016-12/2017