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02.11.18 Neues Forschungsprojekt zur frühkindlichen Bildung

An der gemeinsamen Brückenprofessur Frühe Kindheit der Pädagogischen Hochschule Thurgau und der Universität Konstanz wurde ein neues Forschungsprojekt bewilligt: «Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung durch eine web-mediierte Weiterbildung zur unterstützenden Fachkraft-Kind-Interaktion in heterogenen Kleinkindgruppen (iQuaKi)».

Im ersten Projektjahr wird eine web-mediierte Weiterbildung (Kurs mit Coachingelementen) für Fachkräfte im U3-Bereich entwickelt. In der zweiten Projektphase wird die Weiterbildung hinsichtlich ihrer Wirksamkeit mit einer kontrollierten Interventionsstudie evaluiert.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert die Studie im Rahmen der Ausschreibung «Qualitätsentwicklung für gute Bildung in der frühen Kindheit» mit 500'000 Euro. Projektbeginn ist am 1. Januar 2019.

Projektbeschreibung
Die Weiterbildung basiert inhaltlich auf dem Konzept der unterstützenden Fachkraft-Kind-Interaktion gemäß CLASS toddler. Dieser Ansatz beschreibt die beiden Dimensionen emotionale und verhaltensbezogene Unterstützung sowie aktive Lernunterstützung als relevante Qualitätsbereiche. In der Weiterbildung werden sowohl generelle pädagogische Strategien zur unterstützenden Fachkraft-Kind-Interaktion sowie zu spezifischen Strategien für den Umgang mit heterogenen Bedürfnissen und Herausforderungen der Kinder vermittelt. Der didaktische Ansatz der Weiterbildung folgt dem «Intentional Teaching Model» (KNOW, SEE, DO, REFECT). Die methodische Umsetzung erfolgt web-mediiert. Für die Entwicklung der Weiterbildung kann auf die bereits bestehende englischsprachige ECI toddler Weiterbildung zurückgegriffen werden. Die Anpassung geschieht in Zusammenarbeit mit Jennifer LoCasale-Crouch, University of Virigina, Charlottesville, USA.
Die Wirksamkeit der Weiterbildung wird mit einem kontrollierten Interventionsdesign überprüft. Dazu werden 80 Gruppen (jeweils 2 Fachkräfte, N=160) in süddeutschen Kindertageseinrichtungen rekrutiert und zufällig in eine Interventions- und eine Kontrollgruppe eingeteilt.
Diese Weiterbildung leistet einen entscheidenden Beitrag zur Qualitätsentwicklung im U3-Bereich, indem sie die grundlegenden Fachkraft-Kind-Interaktionen in den Blick nimmt und den Fachkräften dadurch Handlungskompetenzen für schwierige Situationen verschafft.

Text: Sonja Perren