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Markus Daum; «Cage des larmes» I und II; 2015; 2 Radierungen; Ankauf 2015 und 2016

«Cages des larmes», Zyklus von 4 Radierungen, Nr.1 und 4; 137 x 100 cm

2015 und 2016 wurden zwei Radierungen aus der Serie «Cages des Larmes» des 1959 in Radolfzell geborenen Bildhauers Markus Daum erworben.
Markus Daum, der in Berlin und Radolfzell lebt und 2012 den Konstanzer Kunstpreis bekam, arbeitet in Zyklen. Dabei umkreist er immer wieder die menschliche Existenz mit ihren Licht- und Schattenseiten. In seinen Figuren und Körperfragmenten wie Kopf, Hand und Fuß, geht es ihm stets um den Menschen als Ganzes, sein Fühlen, Denken und Handeln.

«Das Reduzieren der Kopfform wird von Markus Daum konsequent vorangetrieben, nachvollziehbar in den neuesten Eisenskulpturen, Zeichnungen und Radierungen «Cages». Die «Cages» sind höchst komplexe anthropomorphe Zeichen, Sinnbilder für Gedanken, die in ihrer Fragilität an Käfige (cages) erinnern und daher auch Assoziationsmöglichkeiten von der Freiheit der Gedanken bis hin zur Engstirnigkeit bieten. Die Tektonik dieser Werke dient dem Auge, das dem linearen Richtungsverlauf folgt, etwa um ein Formgebilde zu schließen oder in die Offenheit entlassen zu werden. Das Auge des Betrachters wird in diesem Radierzyklus gehalten, weil sein Blick zwischen den Blättern ständig in Bewegung bleibt: Und aus Anknüpfungen, Abstrahierungen, Assoziationen der Kopfform und  Kontrasten, die man entdeckt, entsteht ein Gleichklang. Nicht «am Ende» als Ergebnis, sondern immer wieder neu und anders zwischendurch. Es ist eine prozessuale Harmonie. Sie bleibt nicht einfach sondern löst sich teilweise wieder auf, um auf einer anderen möglicherweise höheren Ebene neu zu entstehen.» 
Auszug aus der Laudatio zum Konstanzer Kunstpreis von Dr. Ute Hübner, 2012

Käfige gibt es auf der ganzen Welt, sie beginnen im Kopf.
Dass Menschen in einem hermetisch abgeriegelten Käfig leben, haben wir mit der Teilung Deutschlands in der DDR von 1961 bis 1989 direkt miterlebt. In den postkolonialen Diktaturen Nordafrikas und dem Nahen Osten brachen ab 2010 Aufstände und Revolutionen aus. Der «Arabische Frühling», wie wir heute diese Bewegung nennen, stürzte daraufhin in Tunesien, Ägypten, Libyen und Jemen die damaligen Machthaber. In Marokko und Jordanien führten sie zu weitreichenden Reformen. Von diesem Frühling ist heute nur noch wenig übrig geblieben. Die Hoffnungen der Menschen haben sich in ihr Gegenteil verkehrt. In Ägypten herrscht eine neuerliche Diktatur, in Libyen, Jemen und Syrien Bürgerkrieg. Die Käfige sind weitgehend geblieben, manche haben sich für die Menschen zu noch grausameren Käfigen der Tränen entwickelt.
Markus Daum

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