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07.01.20 SCRATCH – Wenn Gamen im Unterricht legal wird

SCRATCH – «Neiii jetzt gumped er vobie!» So und ähnlich tönt es, wenn die Studierenden der Pädagogischen Hochschule Thurgau mit den NET-Kids (Nationale Elitesportschule Thurgau) hinter dem Computer zusammensitzen. «Scratch» heisst das Projekt, das NET’ler und PHTG-Studierende während fünf Wochen sichtlich begeistert.
 

Vor drei Jahren haben Michael Hirtl (NET-Lernbegleiter) und Rolf Deubelbeiss (Leiter Studiengang Sek I und Dozent Medien & Informatik an der PHTG), das Projekt Scratch ins Leben gerufen. Scratch ist ein kostenloses Computerprogramm, mit welchem auf vereinfachte Art und Weise selbst Bilder, Geschichten, Videos und vor allem Games programmiert werden können. Über fünf Wochen und während drei offiziellen Treffen – einmal im Talent-Campus Bodensee (TCB), zweimal an der PHTG – haben die Studierenden und die Lernpartner (LP) in Gruppen die gemeinsame Aufgabe, ein eigenes Scratch-Projekt zu erarbeiten und zu präsentieren. «Viele Teams haben sich für ein Jump & Run-Spiel, im Stil wie beispielsweise Super Mario, entschieden. Also ein Computerspiel, bei dem die Hauptfigur springen, rennen und Punkte sammeln muss», berichtet Hirtl.

Reality-Show
«Für unsere Sek I-Studierenden des Moduls Fachdidaktik Medien & Informatik ist es super, ein konkretes Projekt mit der zukünftigen Zielgruppe erleben zu können», so Deubelbeiss. Sie müssen zuerst den Wissensstand der Lernpartner ermitteln oder auch flexibel und spontan sein, wenn beispielsweise das Internet mal nicht mitspielt. Das Scratch-Programm sei für fast alle Teilnehmenden ein bisher unbekanntes Tool. «Das Projekt passt absolut zu unserem SBW-Gedanken: Lernpartner und Lernbegleiter begegnen sich auf Augenhöhe und die gemeinsame Problemlösung ist ein Baustein der Future Skills», so Hirtl begeistert.

Freaks treffen auf Anfänger
Valentino aus der 9. NET-Klasse hat in seinem Team klar die Führung: «Es ist faszinierend, ihm zuzusehen. Er zeigt uns, wie’s geht – es ist richtig spannend!», erklärt PHTG-Studentin Nina Brander. Während der talentierte Computerfreak anhand von Bausteinen Algorithmen erstellt, steht den beiden Studierenden das Staunen ins Gesicht geschrieben. In der Gruppe von Noëlle aus der 8. Klasse der NET ist es vor allem PHTG-Studentin Nathalie Rossi, die das Scratch-Fieber gepackt hat. «Ich kannte Scratch vorher nicht, habe mich jetzt aber damit auseinandergesetzt und bin fasziniert von den verschiedenen Möglichkeiten.» Noëlle ist eher zurückhaltend beim selber Programmieren, findet aber, dass sich mit dieser Arbeit vor allem ihr Spielverhalten geändert habe. Wenn sie einmal etwas spiele, dann habe sie nun angefangen zu überlegen, wie die Programmierung dahinter wohl aussehen könnte.
Auch Reto Ammann (SBW-CEO) schaut den Schaffenden interessiert über die Schultern. Er staunt über die Programmiersprache, die – wie er findet – sehr viel logisches und vernetztes Denken verlangt. Ammann ist zwar kein «Gamer», aber er freut sich über die Zusammenarbeit mit der PHTG.

Präsentation zum Abschluss
Als Höhepunkt und Abschluss wurden die Projekte an der PHTG in den Teams vorgestellt und reflektiert. «Das ist für unsere Lernenden klasse. Einmal an einer Hochschule etwas zu präsentieren, ist doch etwas mehr Nervenkitzel als im bekannten Rahmen des Klassenzimmers», so Hirtl. Nathalie Rossis Gruppe zeigt beispielsweise wie ihre Fledermaus Donuts fängt und dabei vor Frankenstein fliehen muss. Vor allem aber geht es darum, was hinter dem Spiel steckt und wie sie es aufgebaut haben. Für die TCB-Lernenden fliesst die Leistung der Präsentation in die Gesamtnote, für die PHTG-Studierenden ist es Teil des Modul-Leistungsnachweises. Wir sind gespannt, ob es ein Spiel aus dem Hause TCB/PHTG vielleicht sogar irgendwann mal auf den Markt schafft!

Text: Jasmine Leupi, Studierende Studiengang Stufenerweiterung Sekundarstufe I

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