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29.06.16 Gender in Kindertageseinrichtungen

Carine Burkhardt Bossi

Kürzlich fand die 12. öffentliche Ringvorlesung der Reihe «Forschung und Praxis in der frühen Kindheit» an der Pädagogischen Hochschule Thurgau statt. Der Abend stand unter dem Leitthema «Gender in Kindertageseinrichtungen». Moderiert durch Carine Burkhardt Bossi, Studiengangsleiterin des Masters Frühe Kindheit, eröffneten die Referierenden ein breites Spektrum unterschiedlicher Aspekte von Geschlechterthematiken in Kindertageseinrichtungen.

Geschlechterrollen sind ein gesellschaftlich viel diskutiertes Thema. Auch in der Frühpädagogik stellen sich zahlreiche Fragen zum Umgang mit Gender aus unterschiedlichsten Perspektiven. Wie werden beispielsweise Geschlechterrollen in den Kitas zum Thema? Wie können Väter in die Kindertageseinrichtungen ihrer Kinder einbezogen werden und wollen sie das überhaupt?

Dr. Melanie Kubant von der Universität Lüneburg berichtete von ihrer intensiven Beobachtungsstudie in einer Kindertageseinrichtung, durch die sie Antworten auf die Frage «Wann und wie werden Geschlechterrollen zum Thema?» suchte. Ein kleiner Einblick in dieses spannende Thema zeigte den Zuhörern beispielsweise auf, dass die Kinder ihre Geschlechterzugehörigkeit gerne als Ressource einsetzten, immer dann, wenn sie daraus einen Vorteil ziehen konnten. Auch die Fachkräfte und Eltern wurden von Melanie Kubant betrachtet, wodurch die unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden konnten.

Yvonne Reyhing von der Universität Konstanz referierte über einen weiteren Aspekt im Themenfeld der Geschlechterrollen. Sie stellte eine Studie vor, welche die Sicht der Väter auf deren Einbezug in die Kindertageseinrichtung ihrer Kinder herausarbeitete. Es wurde deutlich, dass Väter sich aktiv beteiligen wollen. Dennoch scheint es Barrieren zu geben, die eine tatsächliche Teilhabe geringer ausfallen lassen. Den Zuhörenden wurden diverse Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und die Wichtigkeit der Väter als Ressource für die pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten aufgezeigt.

Beide Referate zusammen verdeutlichten ein grundsätzliches Dilemma der Geschlechterforschung. Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wie entstehen sie und wenn es sie gibt, wie soll damit umgegangen werden? Den Abschluss des Abends bildete eine anregende Diskussion zwischen allen Teilnehmenden Die Referierenden standen den Anwesenden Studierenden des Masterstudienganges Frühe Kindheit als kompetente Ansprechpartner im Rahmen der abschliessenden Diskussion zur Verfügung.