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23.01.18 Aufstieg durch Bildung?

Mario Testa, Marius Busemeyer, Damian Miller und Helmut Weber (v.l.) auf dem Podium der Veranstaltung «Grenzgänger Wissenschaft».

Drei Wissenschaftler aus Konstanz und Kreuzlingen haben beim Wissenschafts-Talk «Grenzgänger Wissenschaft» die Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft, Schulerfolg, Ausbildung und Aufstiegschancen unter die Lupe genommen. Die Pädagogische Hochschule wurde von Prof. Dr. Damian Miller vertreten, die Uni Konstanz von Prof. Dr. Marius Busemeyer und die HTWG Konstanz durch Prof. Dr. Helmut Weber.

Steigert Bildung tatsächlich die Aussicht auf soziale Mobilität, also den sozialen Aufstieg? Wie hängen Bildung und politisches Engagement zusammen? Welche Auswirkungen hat die Bildungsexpansion? Welche Unterschiede von Bildungssystemen gibt es im internationalen Vergleich?

Bildung ist ein Faktor von Vielen
In einem waren sich die drei Wissenschaftler Prof. Dr. Marius Busemeyer,  Politikwissenschaftler an der Universität Konstanz, Prof. Dr. Damian Miller, Bildungshistoriker an der Pädagogischen Hochschule Thurgau (PHTG) und Prof. Dr. Helmut Weber, Sozial- und Regionalwissenschaftler an der HTWG Konstanz, einig: Bildung kann die Chance auf den sozialen Aufstieg verbessern, sie muss es aber nicht.

Nomen est Omen
Unter der Moderation des Journalisten Mario Testa kristallisierten die Referenten in der Diskussion mit dem Publikum weitere Faktoren heraus, die den sozialen Aufstieg massgeblich beeinflussen. Die Herkunft und die Netzwerke der Eltern werden vererbt, man sprach von versteckten feudalen Strukturen.
Bei der Frage zum Zusammenhang von Bildung und politischem Engagement wurde lebhaft diskutiert. Weber zeigte auf, dass Bildung in autokratischen Systemen nicht zu mehr politischem Engagement führt. Miller betonte, dass sich viele sogenannte Verlierer der Gesellschaft politisch am rechten Rand sehr engagieren. Engagement habe hier mehr mit Leidensdruck und nicht mit Bildung zu tun. Busemeyer wies darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen Bildung und politischem Engagement bestehe und es unterschiedliche Arten. sich zu beteiligen, gebe.

Der umfassende Medienbericht kann hier gelesen werden.
Weitere Informationen und Termine: grenzgaenger-wissenschaft.de/